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Entstehung - Wappen - Sehenswürdigkeiten - Berühmte Personen - Einwohner |
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Entstehung des Ortes
Die Entstehung des Orts geht auf die Erbauung einer Kapelle zu „Unserer Lieben Frauen Hilf“ und die Gründung einer Siedlung an der Handels- und Heerstraße nach Italien durch Regina Imhof, Inhaberin der Dorfherrschaft Untermeitingen und Witwe des 1591 verstorbenen Raimund Imhof, zurück.
1602: Gelübde der Regina Imhof*, auf dem Lechfeld eine Kapelle zu erbauen (Legende).
22.10.1602: Bischof Heinrich V. von Knoeringen* erteilt die Erlaubnis zum Bau.
7. 4.1603: Grundsteinlegung, Baumeister Elias Holl*
13.06.1604: Weihe der Kapelle durch Weihbischof Dr. Sebastian Breuning.
4.10.1656: Grundsteinlegung für das Langhaus durch Weihbischof Kaspar Zeller.
1690/91: Anbau von 2 Seitenkapellen zu Ehren des hl. Joseph und des hl. Antonius von Padua (Kirche erhält jetzige Form).
1707: Crescentia* von Kaufbeuren pilgert nach Lechfeld.
1719: Einweihung des Kalvarienberges, den Pater Sebastian Höß* angeregt hat. Erbauer war August v. Voit (Lkr. Augsburg 1983)
31.3.1734: Fürstbischof Alexander Sigismund erteilt Erlaubnis zur vollständigen Erneuerung des Langhauses.
1720 – 1785: Blütezeit der Wallfahrt, jährlich 150 – 200 Prozessionen, Höchstzahl 105 000 Kommunikanten.
1802: Die Anzahl der in Mirakelbüchern aufgezeichneten Wunder beträgt 7997.
1805: Lechfeld wird zu einem Zentralkloster bestimmt und entgeht somit der Auflösung, Klosterlechfeld besteht aus 21 Häusern.
1.7.1818: Geburtstag von Klosterlechfeld. Der Weiler Lechfeld wird „Ruralgemeinde“ und zählt 123 Bürger, 44 Familien und 22 Häuser.
19.11.1843: Klosterlechfeld erhält das Recht, vier Märkte abzuhalten.
15.5.1877: Eisenbahnlinie von Bobingen nach Kaufering wird in Betrieb genommen.
1894: Das erste Schulgebäude wird errichtet.
1898: Die ersten Klosterlechfelder Vereine werden gegründet: Schützengesellschaft und Veteranen- und Soldatenkameradschaft.
1904: Die „alte Schule“ wird gebaut, seit 1975 genutzt als Rathaus.
1936 – 1939: Die Siedlung westlich der Kirche wird in der Amtszeit von Bürgermeister Otto Wanner* (1925 – 1936) gebaut.
1.4.1953: Klosterlechfeld wird eigenständige Pfarrei, der Waldfriedhof wird angelegt.
17.5.1953: Erste Gelöbniswallfahrt zu Maria Hilf unter Beisein von Prinz Franz von Bayern und Bischof Dr. Joseph Freundorfer. Diese Wallfahrt wird durch die Veteranen- und Soldatenkameradschaft jährlich wiederholt.
1965: Die neue Schule und ein Kindergarten werden errichtet.
1966: Neue Lechbrücke wird gebaut, letzte Zollbrücke Bayerns verschwindet dadurch.
9.3.1966: Der Kindergarten wird seiner Bestimmung übergeben.
1970: Schulturnhalle wird gebaut.
1976: Wikterp Wörle wird zum Ehrenbürger ernannt.
1977: Preisträger beim Wettbewerb „Der grüne Friedhof im Landkreis“.
Mai 1980: Marktplatz wird in Franziskanerplatz umbenannt. Das Gebiet der „Alten Schachtel“ wird zum Naturschutzgebiet erklärt
1980/81: Baugebiet „Süd III“ wird erschlossen.
26.9.1981: Feuerwehrhaus wird eingeweiht.
1.7.1984: Nach vierjähriger Renovierungszeit erstrahlt Kirche im neuen Glanz.
1985 – 1988: Kanalisation wird gebaut.
1986: Camillus Lidl wird posthum zum Ehrenbürger ernannt.
1989: Partnerschaft mit der Gemeinde Großschweidnitz in Sachsen.
Juni 1991: Einweihung der Parkanlage in der Schulstraße.
Dez. 1991: Petrus Heim wird Ehrenbürger von Klosterlechfeld.
1991 – 1993: Straßennetz wird saniert.
31.8.1993: Franziskaner verlassen endgültig Klosterlechfeld.
22.7. 2001: Weihe des neuen von Hans Wachter (Kempten) geschaffenen Franziskusbrunnens.
31.7.2002: Das letzte Kolonialwarengeschäft (Gsöll) schließt.
2004: Das 400jährige Jubiläum der Einweihung der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" wird mit vielen Veranstaltungen gefeiert.
1.5.2004: Adolf Horner wird Ehrenbürger
13.6.2004: Festgottesdienst auf dem Franziskanerplatz durch Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz, anschließend Buntes Markttreiben.
* Diesen Persönlichkeiten wurden in Klosterlechfeld Straßen gewidmet.
Das Wappen von Klosterlechfeld
Die Beschreibung des Wappens lautet: In Rot und Silber gespaltenen Schild, ein von Silber und Rot gespaltenes Antoniuskreuz, beseitet von zwei sechsstrahligen Sternen in den gleichen Farben
Der Inhalt des Hoheitszeichens ist wie folgt zu begründen: Der Ausgangspunkt für die Entstehung des Ortes Klosterlechfeld ist die in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts gegründete Wallfahrtskirche, zu deren Betreuung ein Franziskanerkloster errichtet wurde. Das seit der Mitte des 17. Jahrhunderts überlieferte Klostersiegel zeigt ein so genanntes Antoniuskreuz, zu dessen beiden Seiten je ein Stern als Symbol für die Marienwallfahrt steht. Die Farben Rot-Silber entsprechen denen des Hochstifts Augsburg, zu dem Klosterlechfeld stets enge Beziehung hatte.
Sehenswürdigkeiten
Wallfahrtskirche Maria Hilf Als ein besonderer Blickfang strahlt die Wallfahrtskirche "Maria Hilf" weit in das Lechfeld hinaus und zieht somit viele Besucher aus Nah und Fern magisch an. Erbauer der ursprünglichen Kapelle war Elias Holl aus Augsburg. Die Weihe der kleinen Kirche erfolgte am 13. Juni 1604 durch Dr. Sebastian Breuning. Das neu erbaute Kirchlein wurde rasch ein berühmter Wallfahrtsort, so dass es bald vergrößert werden musste. Ende des 17. Jahrhunderts erhielt die Kirche ihre jetzige Form. Die Blütezeit der Wallfahrt war das 18. Jahrhundert. Im Jahre 1720 wurden 105 000 Kommunikanten und bis zu 200 Prozessionen gezählt. Klosterlechfeld war damals nach Altötting der zweitgrößte Wallfahrtsort Bayerns.
Kloster Schon im Jahre 1606 wurde ein kleines „Capuzinerkloster“ gebaut, am 25. August 1668 ein Neubau bezogen. Bis 1738 wurde das Kloster immer wieder vergrößert und verändert. Die Franziskaner wirkten dort segensreich bis zum Jahre 1993. Während des Zweiten Weltkrieges diente das Kloster zeitweise als Lazarett.
Kalvarienberg Auf Anregung von Pater Sebastian Höß wurde der Kalvarienberg – er war der erste dieser Art im altbayerischen Raum – im Jahre 1719 erbaut. Der wuchtige Rundbau ist sieben Meter hoch. Kreuzwegstationen umrunden die Anlage. Seit 1739 ist der Kalvarienberg Eigentum der Kirchenstiftung und wurde bereits mehrmals durch Spenden der Bevölkerung restauriert. Von 1798 bis 1978 wurden die verstorbenen Franziskaner hier beerdigt.
Franziskanerplatz Mit seinem uralten Baumbestand zählt der Franziskanerplatz wohl zu den schönsten Dorfplätzen zumindest im Altlandkreis Schwabmünchen. Hier werden die vier Märkte abgehalten. Zur Erinnerung an das Wirken der Franziskaner wurde der Platz im Jahre 1980 in Franziskanerplatz umbenannt.
Franziskusbrunnen Am 22. Juli 2001 konnte auf dem Franziskanerplatz im Schatten der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" der vom Bildhauer Hans Wachter entworfene Franziskusbrunnen eingeweiht werden. Er ergänzt das Ensemble Kloster – Kirche – Franziskanerplatz – Kalvarienberg in attraktiver Weise und wurde weitgehend mit Spenden der Bürger finanziert. Der Kemptener Künstler hat Symbole aus dem Leben des Heiligen Franziskus in meisterhafter Weise einfließen lassen.
Berühmte Persönlichkeiten
Dr. Johann Lukas Schuhbaur (1749 – 1815) Der gebürtige Klosterlechfelder war Hofarzt von Kurfürst Karl Theodor. Berühmtheit erlangte er als Komponist. Seine Werke wurden in ganz Deutschland, Holland, Österreich und in der Schweiz aufgeführt. Den Erfolg seines Hauptwerkes „Die Dorfdeputierten“ übertrafen in seiner Zeit nur die „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart und der „Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Von seinem Vater ist noch das Gemälde „Anbetung der Könige“ in der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" erhalten.
P. Sebastian Höß (1670 – 1731) Sebastian Höß erwarb sich große Verdienste um die Wallfahrt in Klosterlechfeld. Der gebürtige Schwabmünchner regte den Bau des Kalvarienberges an und sorgte damit für eine Belebung der Wallfahrt. In Lechfeld führte er 1725 das vierzigstündige Gebet an den drei Fastnachtstagen ein. Am 8. August 1731 verstarb er in Klosterlechfeld. Er war der Onkel der am 25. November 2001 Heilig gesprochenen Crescentia von Kaufbeuren.
P. Bernardin Lins (1870 – 1954) Pater Bernardin Lins verdanken wir zwei Chroniken: „Geschichte der Wallfahrt und des Franziskanerklosters Lechfeld“, erschienen 1916 im Selbstverlag des Klosters Lechfeld sowie „Wallfahrtskirche und Franziskanerkloster Klosterlechfeld“, erschienen 1953 in der Landsberger Verlagsanstalt.
Einwohner
am 13.09.1959 1.114 am 31.12.1984 1.809 am 31.12.2000 2.450 am 30.06.2005 2.534 |
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 3. August 2006 )
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